PRiVENT – Studie für Risikopatienten

Die Lungenklinik Löwenstein ist Projektpartner einer Studie, die dazu beitragen soll, vielen Menschen eine invasive Langzeitbeatmung möglichst zu ersparen oder wenigstens erheblich zu verkürzen.

PRiVENT steht für Prävention invasiver Ventilation durch Früherkennung und frühzeitige Intervention bei Risikopatienten. Im Rahmen einer multizentrischen Interventions-Studie soll PRiVENT die Weaningkompetenz in den beteiligten Krankenhäusern erhöhen um die Zahl der langzeitbeatmeten Patienten zu reduzieren.

Die Versorgung von Beatmungspatienten und die Entwöhnung von invasiver Beatmung ist ein sehr komplexer Vorgang.  Die COVID-19-Pandemie hat uns dies noch einmal deutlich vor Augen geführt. Mit dem PRiVENT- Projekt wollen wir in Baden-Württemberg ein Netzwerk zwischen vier Weaning-Zentren und bis zu 40 weiteren Kliniken aufbauen. Mit einem solchen Netzwerk kann eine optimale Versorgung dieser Patienten erreicht werden. PRiVENT steht für die Prävention durch Früherkennung und frühzeitige Intervention bei Risikopatienten. Im Erfolgsfall trägt PRiVENT dazu bei, vielen Menschen eine invasive Langzeitbeatmung zu ersparen. Maßnahmen die sich bei der Evaluation des Forschungsvorhabens bewähren, können später in die normale Versorgung übernommen werden. Dies wäre ein wertvoller Beitrag für die Gestaltung und Weiterentwicklung dieses Themenbereiches für unser Gesundheitssystem. 

Weitere Informationen gibt es unter: www.wieder-selbst-atmen.de

WAS?

Das Projekt PRiVENT ist eine auf Baden Württemberg beschränke Studie zur Prävention invasiver Ventilation

WER?

Wer führt die Studie durch?

  • Die Studie wird von der Thoraxklinik Heidelberg in Kooperation mit drei weiteren Weaning-Zentren, darunter das Weaningzentrum der Klinik Löwenstein, und 40 Kooperationskliniken durchgeführt und vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert. 

Die Auswertung erfolgt durch namhafte, universitäre und außenuniversitäre Forschungseinrichtungen. Weitere Kooperationspartner unterstützen das Projekt. 

Wer kann an der Studie teilnehmen?

  • Teilnehmen können Patientinnen und Patienten aller gesetzlichen Krankenkassen, die 
  • auf einer Intensivstation einer der teilnehmenden Kliniken behandelt werden und 96 Stunden oder länger invasiv beatmet werden. 
  • Älter als 30 Jahre sind. 
  • An mindestens einer Zusatzerkrankung leiden. 
  • An keiner neuromuskulären Erkrankung leiden, die eine Entwöhnung von der Beatmung unmöglich macht (z.B. ALS).

WIE?

Insgesamt sollen in den beteiligten Kliniken 8000 Betroffene ein Screening durchlaufen; 1495 von ihnen sollen an der Intervention teilnehmen.

Mithilfe eines speziell entwickelten Prognosemodells wird auf Erkrankte hingewiesen, die am meisten von einem frühzeitigen und optimierten Weaning profitieren können

WANN?

Die PRiVent-Intervention läuft vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2023 

Was erwartet Patienten, wenn sie an PRiVENT teilnehmen?

Zunächst werden Sie auf Ihr individuelles Risiko für eine Langzeitbeatmung untersucht. Unabhängig vom Ergebnis dieser Untersuchung werden Sie nach geltenden medizinischem Standard behandelt.

Als Grundlage werden hierzu zunächst klinische Daten, GKV-Routinedaten und Einschätzungen von Ihnen gesammelt, auf deren Basis im Nachgang Prognosen zur Entwöhnung von der Beatmung erstellt werden. Durch diese systematische Vorgehensweise soll es zukünftig möglich werden, rechtzeitig interprofessionell und auf den jeweiligen Fall individuell abgestimmte Maßnahmen einzuleiten, die die Beatmungsdauer verkürzen oder zumindest eine Langzeitbeatmung außerhalb des Krankenhauses verhindern.

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Gut zu wissen

Die Entwöhnung von der invasiven Beatmung – das Weaning – ist ein schwieriger und häufig langwieriger Prozess, der mit einem hohen Aufwand verbunden ist.

Die Klinik Löwenstein ist als zertifiziertes Weaningzentrum der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) darauf spezialisiert, langzeitbeatmete Patienten von Allgemeinkrankenhäusern zu übernehmen und von der Beatmungsmaschine zu entwöhnen.